“Das rote Notizbuch” ist ein kleines Buch von Paul Auster, auf das der Titel dieses Blogs zurückgeht. Es enthält eine Reihe von Geschichten aus dem wirklichen Leben, die alle mehr oder weniger vom Zufall bestimmt sind. So erzählt der Autor von der zufälligen Begegnung zweier junger Frauen in Taipeh, die während ihres Gesprächs entdecken, dass ihre beiden Schwestern im selben Stock des selben Hauses in New York wohnen, oder vom Onkel eines Freundes, der als serbischer Partisane dreimal unmittelbar hintereinander einen feindlichen Beschuss überlebt – wobei der letzte ihn vor einer Beinamputation bewahrt.
Auster steuert bei allen Geschichten schnell und ohne Umwege auf das verbindende Element, den Zufall, zu, wodurch ein eindrucksvolles Ganzes entsteht, schlicht und ohne unnötige Schnörkel.
Eine Erzählung, die mir besonders gut gefallen hat, ist die über R, der nach einer langen, vergeblichen Suche nach einem ganz bestimmten Werk in der Vanderbilt Avenue, New York auf eine junge Frau trifft, die genau dieses Buch in der Hand hält. Als er sich erkundigt ob sie wisse wo er es kaufen könne, kommt es zu diesem Dialog:
„Nehmen Sie meins“, antwortete die Frau.
“Aber das gehört Ihnen“, sagte R.
“Es hat mir gehört“, sagte die Frau, „aber jetzt bin ich damit fertig. Ich bin heute hierhergekommen, um es Ihnen zu schenken.“
Auster, Paul 1996: Das rote Notizbuch, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg.
ja, paul auster. ein wenig zu viel kunst, aber gut.
stimmt mMn höchstens bei der new york-trilogie. beim roten notizbuch aber überhaupt nicht.