Neulich an der Uni. Ein Kollege aus der Türkei referiert über die europäische Nachbarschaftspolitik. Zum Thema EU-Betritt seines Heimatlandes meint er drei Gründe sprächen dagegen. Einer davon sei die Religion, denn: „Ihr seid alle Christen“. Von ziemlich weit hinten eine leise Stimme: „Ich nicht!“
An welche Szene des lustigsten Films aller Zeiten erinnert euch das?
Brian versucht die Masse seiner Jünger zu überzeugen die Belagerung seines Hauses aufzugeben. Es folgt einer der unscheinbarsten und trotzdem witzigsten Momente des Films „Das Leben des Brian“:
Brian: „Ihr seid alle Individuen.“
Jünger im Chor: „Ja, wir sind alle Individuen.“
Brian: „Und ihr seid alle völlig verschieden.“
Jünger im Chor: „Ja, wir sind alle völlig verschieden.“
Eine Stimme: „Ich nicht!“
Gut, die beiden „Dialoge“ sind nicht unbedingt deckungsgleich, aber für mich ähnlich genug um in schallendes Gelächter auszubrechen. Und so geht’s mir ständig, kaum ein Tag, an dem mich nicht irgendwas an einen Monty-Python-Sketch erinnert. Ein paar Beispiele:
Auf die Frage nach meiner Lieblingsfarbe (die mir übrigens viel zu selten gestellt wird) antworte ich prinzipiell mit „Blau … nein Grün, aaah“. Besuche ich eine bestimmte Freundin, begrüße ich erst ihren Papagei mit „Hallo Polly“ und erkläre ihn dann für tot, weil er mich würdevoll ignoriert. Von Karnickeln hingegen halte ich mich grundsätzlich fern. Wenn ich die tägliche Nachricht meines Mail-Providers bekomme, mein Spam-Ordner hätte x neue Nachrichten beginne ich in Gedanken zu singen: „Spam, spam, spam, spam. Lovely spam! Wonderful spam!“, und, zu Besuch bei meiner Schwester in Hart bei Innsbruck, erntete ich verständnislose Blicke, als ein zischendes „It’s“ aus mir heraus brach, nur weil eine Trachtenkapelle in der Innenstadt gerade die letzten Töne von Sousas Liberty Bell March spielte. Werde ich angerufen ertönt die Eingangsmusik von „Die Ritter der Kokosnuss“ und bekomme ich ein SMS schreit mein Handy „Oh, ich lebe!“ Besonders deutliche Niederlagen, überspiele ich mit einem „Na gut, einigen wir uns auf Unentschieden“ und bei der Hochzeit meiner Cousine konnte ich nur mit allerletzter Kraft einen Lachkrampf verhindern, als der Priester das Evangelium mit den Worten „Schaut die Lilien auf dem Feld“ begann.
Und auch wenn meine Umwelt oft nicht nachvollziehen kann, warum ich eine bestimmte Situation oder Äußerung so komisch finde – ich bin dankbar für meine Monty Pythonitis, sie macht das Leben um einiges amüsanter.
P.s.: Einige der Zitate sind mit dem jeweiligen Sketch verlinkt (YouTube machts möglich), hinschauen lohnt sich!
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